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Ramses – Göttlicher Herrscher am Nil: Eine Ausstellung im Badischen Landesmuseum (plus ein bisschen Ägypten in Karlsruhe).

Heute bleiben wir mal in Karlsruhe – und reisen gleichzeitig irgendwie ein bisschen nach Ägypten.
Ich stehe ja unglaublich auf Dokumentationen über das Alte Ägypten. Selbst wenn ich ein und diesselbe Sendung schon 4x gesehen habe, schaue ich ein fünftes Mal zu, wenn ich zufällig beim sonntäglichen Zappen darauf stoße.

Als uberhusband zum ersten Mal von der Ausstellung über Ramses II, die seit Dezember im Badischen Landesmuseum zu sehen ist, las, war also klar, dass ich da hin muss. Wie das dann aber so ist, schafften wir es einfach nicht. Umso mehr freute ich mich, dass wir mit einigen anderen Bloggern von Karlsruhe Tourismus eingeladen wurden, die Ausstellung zu besuchen und einen kleinen ägyptischen Stadtrundgang zu machen.

Natürlich kenne ich die Karlsruher Pyramide auf dem Marktplatz, aber sonst konnte ich eigentlich nicht so viel Ägyptisches hier entdecken – ich war also gespannt, als wir uns zum Spaziergang an der Evangelischen Stadtkirche trafen.

Pyramide (dank Bauarbeiten in Holz verkleidet) am Marktplatz und der Obelisk am Rondellplatz

Die Evangelische Stadtkirche wurde, genau wie die Pyramide, die Katholische Stadtkirche, das Rathaus und gefühlt jedes zweite Gebäude in Karlsruhe von Friedrich Weinbrenner entworfen und geplant. Eben dieser Herr ist auch dafür verantwortlich, dass es so viele Elemente des Klassizismus gibt, zum Beispiel die Säulen, die an das antike Griechenland oder Rom erinnern, oder eben auch ägyptische Elemente wie die Markplatzpyramide und Obeliske.

Evangelische Stadtkirche am Marktplatz

Evangelische Stadtkirche am Marktplatz

Katholische Stadtkirche

Wie bereits erwähnt, wurde auch das Karlsruher Rathaus von Weinbrenner geplant. Als ich hierher zog, war es in einer Art Altrosa gestrichen und die Säulen hoben sich in hellem Beige wundervoll ab. Das sah echt schön aus. Seit einigen Jahren hat es wieder seine Originalfarbe, die ich persönlich total hässlich finde. Dadurch, dass die Säulen die gleiche (hässliche) Farbe haben, wie das Gebäude, wirkt es wie eine plumpe Theaterkulisse aus Pappe. Danke für Nichts, wer auch immer auf die Idee kam!

Rathaus in „neuer Originalfarbe“

Merke: Original ist nicht immer besser – aber mich fragt ja keiner. Vielleicht ist ja es bald durch die Bauarbeiten so abgeschrabbelt, dass es wieder umgestrichen werden muss. Hoffen kann man.

Weiter ging es in den Botanischen Garten, wo wir alle erstaunt waren, dass da vier Sphingen (Plural von Sphinx. Ihr kennt das große Ding ohne Nase!) stehen. Die sind aber so klein, dass man sie echt gut und gerne übersieht. Dafür ist es im Botanischen Garten sonst sehr schön.
Mini-Sphinx im Botanischen Garten
Botanischer Garten Karlsruhe

Dann ging es – endlich – zum Karlsruher Schloss, in dem sich das Landesmuseum befindet (und das nicht, ich wiederhole nicht, von Weinbrenner entworfen wurde. Ich hoffe, dass deshalb auch niemand auf die irrsinnige Idee kommt, es umzustreichen. Ihr merkt, ich bin da echt sauer.)

Karlsruhe Schloss

Wir erhielten eine Sonderführung durch die Ausstellung von Kurator Lars Petersen und dem auf magische Weise wiedergeborene Giovanni Belzoni.

Ramses (gleich 2x), der wiederauferstandene Giovanni Belzoni und Kurator Lars Petersen (inkognito, sozusagen)

Gipsabdruck einer riesigen Ramses-Büste

In der Ausstellung sind sehr beeindruckende Statuen und Büsten von Ramses II zu sehen, aber auch kleinere Exponate, die aber nicht weniger wichtig und beeindruckend sind. Besonderen Eindruck hinterließ eine riesige Faust, die zu einer nicht erhaltenen Statue gehörte. Wie riesig muss diese gewesen sein, wenn allein die Faust über einen Meter lang ist!

Wandrelief, das Ramses II mit dem Gott Horus zeigt und diverse Abbildungen von Ramses II

Ägyptische Statuen und die bereits erwähnte große Faust

Ich muss ja zugeben, ich bin ein kleines (Museums-)Sensibelchen:
Wenn eine Ausstellung nicht ansprechend gestaltet ist oder zu bedrückend wirkt, reagiere ich einer seits geistig, aber auch körperlich stark darauf, indem mir schlecht wird und ich dringend raus muss.
Das ist mir schon öfter passiert, als mir nicht irgendwie doch peinlich wäre, und ich freue mich, dass es im Fall der Ramses-Ausstellung kein bisschen so war. Die Exponate sind luftig angeordnet, die einzelnen Bereich toll voneinander abgetrennt und schlüssig angeordnet und erklärt.

Toll fand ich auch, dass einige Inhalte zeitgemäß aufgearbeitet wurden. So schreibt Ramses Whatsapp-Messages und die Propaganda eines Wandreliefs wird durch Animation erklärt. Das war sehr cool!

Animiertes Wandrelief, das von Ramses‘ großem Sieg, den es so nie gab, berichtet, (antike Form von Fake-News) und Whatsapp-Messages von Ramses himself

Im letzten Raum der Ausstellung gibt es eine Nachbildung der Mumie von Ramses zu sehen, die ich ziemlich cool finde. Man kennt nur die gruseligen Mumien aus Filmen, die gar nichts gemein haben mit der liebevoll gewickelten und mit Blüten verzierten Mumie, die wir hier sahen.

Nachbildung der Mumie

Zum Schluss noch ein kleines Extra, das zeigt, wie gut diese Ausstellung durchdacht ist – solche Pictogramme muss man doch einfach lieben.

Altägyptische Pictogramme

Die Ramses-Ausstellung möchte ich auf jeden Fall nochmal besuchen, da wir durch die Sonderführung mit vielen Infos natürlich nicht die Gelegenheit hatten, alle Exponate im eigenen Tempo anzusehen. Dafür habe ich noch bis zum 18. Juni 2017 Zeit – und Ihr auch. Ein Ausflug nach Karlsruhe lohnt sich – es ist schön hier und wir haben manchmal sogar fast ägyptische (Wetter-)Verhältnisse.

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Wie bereits erwähnt, wurde ich – absolut bedingungslos – zum Rundgang und in die Ausstellung eingeladen. Im Rahmen dieser Bloggerreise habe ich auch eine Fotografie-Erlaubnis in der Ausstellung erhalten, damit ich Euch hier und auf meinem Social Media Kanälen Fotos zeigen darf.
Vielen Dank an Karlsruhe Tourismus und das Badische Landesmuseum!

Weitere Infos zur Ramses-Ausstellung: Karlsruhe Tourismus (die helfen auch bei allgemeinen Fragen zur Reise nach Karlsruhe!) und Badisches Landesmuseum

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