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#ohlalamoulesfrites (3) – Ein Tagesausflug nach Brügge. Oder: It’s a fucking fairytale.

Brügge sehen und sterben

Während unseres Urlaubs fuhren wir auch nach Brügge. Ich wollte eigentlich gar nicht so richtig, weil ich befürchtete, dass es übermäßig kitschig-hübsch und voller Touristen sein würde. War es dann auch. Brügge. A fucking fairytale.

Ich will die Stadt jetzt gar nicht schlecht reden, denn sie ist in der Tat sehr pittoresk – und damit eben einfach nicht so mein Ding. Ich fühle mich in diesem Punkt sehr Ray aus In Bruges (Brügge sehen und sterben) verbunden und werde vermutlich ähnlich wenig Verständnis ernten. Aber so ist es eben: Geschmäcker sind verschieden und da ich hier schreiben kann, was ich will, schreibe ich auch darüber.

Nun mal der Reihe nach. Wir fuhren etwa eine Stunde nach Brügge, parkten unser Auto im Parkhaus und stolperten eine Weile durch die Kopfsteinpflasterstraßen. Alles war ziemlich hübsch und sah gleichzeitig aus wie eine vollgestopfte Filmkulisse. Ich würgte leicht, aber uberhusband zerrte mich weiter.

Man hatte uns, neben malerischer Atmosphäre, Läden zum Shoppen versprochen. Die waren dann auch direkt da und uberhusband eskalierte gleich mal bei Dille & Kamille. Gute Nachrichten: Wir können jetzt im Supermarkt von jeder Marmeladensorte ein Glas kaufen und haben für jedes einen eigenen kleinen, weißen Keramiklöffel! Life goals! Auch neben Dille & Kamille gab es in diesem Bereich der Innenstadt viele der Läden, die man eben überall in Belgien und den Niederlanden findet.

Ausflug nach Brügge

Mittags aßen wir kurzerhand bei Ellis Gourmet Burger ziemlich leckere Burger und Pommes. Ellis ist eine belgische Burger-Kette, die sich langsam auch nach Frankreich und die Niederlande vorarbeitet. Das Essen war lecker, die Location stylish – das reicht manchmal ja schon und es muss nichts Superindividuelles sein. Danach ging es frisch gestärkt weiter. Wie es sich für eine gute belgische Stadt eben gehört, gab es in Brügge natürlich auch jede Menge Schokolade, Bier und Waffeln. Wir entschieden uns bei letzteren für die Hipstervariante am Stiel von go.fre. In dem kleinen Laden kann man bereits fertige Waffeln kaufen oder sich seine eigene zusammenstellen. Wir entschieden uns beide für einen Schokoüberzug und Haselnusskrokant. Lecker!

Durch Burger und Waffeln doppelt gestärkt, schwankten wir zwischen Komm, wir folgen einer spanischen Touristengruppe und finden heraus, wieso Brügge ganz offensichtlich deren Heidelberg ist und Wenn ich noch einen Selfie-Stick ins Gesicht bekomme, zünde ich hier alles an und gingen noch etwas spazieren. Und ja, es ist wirklich hübsch in Brügge. A fucking fairytale.

Wir huschten bei unserem Spaziergang auch noch durch einige weitere Läden, denn schließlich hatte man mir versprochen, dass ich viele kleine, tolle, individuelle Läden finden würde. Aber so richtig geflasht hat mich (fast) nichts. (Spoiler: Das sollte in Antwerpen anders kommen.) Alles war irgendwie das gleiche Zeug wie überall. Zwischendurch huschten wir noch kurz an der Bierwand durch, um das Ding mal gesehen zu haben. Nach einem weiteren Selfiestick-Vorfall beschlossen wir aber, nur noch eine kleine Runde zu drehen und uns dann in Sicherheit zu bringen.

Ausflug nach Brügge

Und mein Fazit? Ich weiß es doch auch nicht. Brügge wird mich so schnell nicht wiedersehen. Es ist hübsch und malerisch. Die historische Altstadt ist auch interessant, aber vielleicht habe ich einfach schon zu viele historische Anlagen besichtigt. Die Läden haben mich persönlich enttäuscht, aber wenn man das Hema-Dille&Kamille-Grundprogramm und noch ein paar kleinere Läden sucht, wird man natürlich fündig.

Kurzum. Brügge. A fucking fairytale. Wir beide brauchen einander nicht.

goodbye and fernwell,

Miriam

Alle Posts zu unserem Frankreichurlaub:
1. #ohlalamoulesfrites (1) – Unser Ferienhaus in der Nähe von Dunkerque und der Strand in Malo-les-Bains
2. #ohlalamoulesfrites (2) – Ausflüge nach Bergues (der Ort, in dem Willkommen bei den Scht’is gedreht wurde) und nach Lille
3. #ohlalamoulesfrites (3) – Ein Tagesausflug nach Brügge. Oder: It’s a fucking fairytale.
4. #ohlalamoulesfrites (4) – Cap Gris Nez und Cap Blanc Nez am Ärmelkanal: Aussicht auf’s Meer und die Kreidefelsen von Dover

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1 Comment

  • Reply K. Schnepfe

    Hab sehr lachen müssen über Deinen Bericht. Wenn man natürlich zum Shoppen hingeht ;D Ich war vor drei Jahren im September dort, für ein paar Tage. Nicht lang vorher hatte ich die Drehbücher von The White Queen übersetzt, einer Serie, die eigentlich in England spielt, aber in Brügge gedreht wurde. Was ich total verdrängt hatte, aber als ich dort war, hat mich die Stadt auf eine sehr schräge Art geflasht. Bis ich gemerkt habe, dass ich mich nicht von einem Schulausflug Anno Schnee dran erinnere, sondern eben von der TV-Serie. *lach* Klar, da gab es reichlich Touris, auch im September noch, aber ich erinnere mich vorwiegend an die leckeren Feierabendbierchen, die ich mir gegönnt habe, an die Waffeln mit der echten Sahne, an die Basilika vom Hl. Blut, in der gerade das Hl. Blut gezeigt wurde – und ich habe es mir angeschaut, auch wenn ich nicht katholisch bin. Ich bin nicht neugierig, wenn ich alles weiß *grins* Die Szene im Film In Bruges, in der es darum geht, wurde in der Jerusalem Kerk gedreht, dito Szenen aus The White Queen, wie mir die Eignerin dieser Kirche, Gräfin Kann-mich-nicht-mehr-an-den-Namen erinnern, mit der ich zufällig ins Gespräch kam, erzählt hat. Ich bin auf der Suche nach dem Beginenhof und der Bonifacius-Bridge eher planlos herumgetrudelt und hatte mit Leute- und Häusergucken meinen Spaß. Abends am Jan van Eyck-Plein sitzen und die Gedanken baumeln lassen. Im Het Brugs Theehuus endlich mal wieder einen Milky Oolong erstehen zu können. Und im Fnac am Marktplatz zufällig drei Super-Bleistifte kaufen … Museen habe ich vermieden, hatte keine Lust drauf … Shoppen ist in der Regel auch nicht so mein Thema (außer Bücher, Schreibwaren, Tee) … meine Mittags-Pommes von den Buden vor dem Belfort im Innenhof gemütlich essen … nicht auf den Turm steigen, Höhe ist nicht so mein Ding … nee, ich möchte in der Stadt nicht leben und als Touri nicht länger als zwei, drei Tage, aber für mich war Brügge alles in allem genau richtig. Dass es auch anders gehen kann, glaube ich Dir gerne, ebenw weil ich das Gewese dort kenne, und darum fand ich Deinen Bericht so erfrischend. Danke dafür und Grüße von Karlsruhe nach Karlsruhe!

    30. August 2017 at 12:02
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