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Porzellanrettung mit (New) Kintsugi

Wenn man Dinge kaputt macht, dann ja oft Lieblingsdinge. Die schönen, die man gerne mag, und eigentlich so gut wie nie die alten, die man eh nur noch hat, weil sie halt noch Platz im Schrank haben. So ging es mir auch mit meiner schönen, noch gar nicht vor so langer Zeit gekauften, floralen Schale von Pip Studio, aus der ich eigentlich ständig esse. (Beweise 1, 2, 3, 4, 5, 6)Nun ja, da lag sie nun in vier Teilen vor mir und mir war zum Heulen zumute – auch wenn ich die Schale natürlich noch nachkaufen könnte. Da die Schale aber nicht in hunderte kleine, sondern ein sehr großes und drei etwas kleinere Teile zerbrochen war, entschloss ich mich, das beste daraus zu machen, und sie zu kleben. Ich recherchierte ein wenig nach Porzellanklebern und hatte irgendwann einen Geistesblitz: Kintsugi!

Kintsugi ist die japanische Tradition, zerbrochenes Porzellan mit Goldkleber zu reparieren. Der Prozess ist natürlich komplizierter als schnödes Kleben und eine richtige Handwerkskunst, aber mein Ehrgeiz war geweckt und der Recherchefinger zuckte und brachte folgende Erkenntnisse zum Vorschein:
– Vergiss echtes Kintsugi!
– Probier’s mal mit Fake-Kintsugi!

Und so kam es, dass ich auf humade.nl ein New Kintsugi Set entdeckte, kurzerhand bestellte und mich ans Werk machte. Mit dem Ergebnis bin ich einigermaßen zufrieden – mit etwas mehr Geduld und einer ruhigeren Hand hätte man sicher noch mehr rausholen können, aber meine Schale ist geflickt und dient fortan als Dekoobjekt.


Im Grund enthält das Set nur Zweikomponentenkleber und Goldglitzer (und notwendige Werkzeuge wie Spachtel, Handschuhe und Pinsel), sodass ich jetzt im Nachhinein denke, dass ich das auch selbst hätte zusammenstellen können – aber ich bin dennoch nicht traurig, das Set gekauft zu haben, weil es mir zusätzliche Recherchearbeit abgenommen hat und ich auch gar nicht sicher gewesen wäre, ob man einfach so jedes Goldglitzerpulver in jeden Kleber mischen kann. Finanziell gerechnet hat es sich natürlich nicht, denn das Set war teurer als die Schale, aber es ging mir dabei ja nicht um’s Geld.

Perfekt geklebt ist meine Schale nicht, hier und da sind die Klebestellen furchtbar dick und an anderen Stellen ist der Kleber etwas aus der Form geraten, aber das macht mir nichts. So genau sieht man das nicht, wenn die Schale auf dem Regal steht, und zum Essen möchte ich sie ohnehin nicht mehr verwenden, da ich nicht sicher bin, ob der Kleber lebensmittelecht ist. Beim Kleben hat es so gestunken, dass ich das eher nicht vermute! Falls Ihr auch mal etwas mit Fake (New) Kintsugi flicken wollt, achtet darauf, dass Ihr es in einem gut durchlüfteten Raum tut und zügig arbeitet: Der Zweikomponentenkleber wird sehr schnell fest.

Mit hat die Arbeit mit dem Fake Kintsugi Spaß gemacht, trotz Gestank und leichter Panik, als der Kleber schon nach wenigen Minuten fest wurde und ich neuen anrühren musste, und wenn mal wieder Porzellan zu Bruch geht, versuche ich es nochmal.

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1 Comment

  • Reply Jennifer Kosche

    Oh wie schön. dass du die Schale noch retten konntest! Ich finde ja, sie macht sich auch "nur" als Dekostück sehr gut.

    24. Juli 2016 at 14:51
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