Follow:
fernlane.de, food, local

Anders kochen. Das erste Kochbuch mit einer Rezension, die einen Prolog braucht. Oder: Wie der Sören Anders-Sören mich zur Bridezilla machte.

Langer Titel heute, oder? Aber er sagt im Prinzip alles: An dieser Stelle erwartete Euch meine Rezension des Kochbuchs von Sören Anders, Anders kochen(Wortwitz angekommen? Ihr seid so schlau, meine lieben Leser!) 
Naja. Die Rezension muss noch bis zum nächsten Post warten, denn heute kommt erstmal der Prolog. Ja, richtig, die Rezension eines Kochbuchs hat einen Prolog. Das gibt’s nicht alle Tage, aber uns soll hier ja auch nicht langweilig werden.
Im Prolog erfahrt Ihr, wieso ich das Kochbuch eigentlich überhaupt haben wollte. Nämlich, weil es von Sören Anders ist, der sein leckeres Essen in Sichtweite meiner Wohnung kocht. Es könnte also ein einfacher Fall von Lokalpatriotismus sein. Aber das ist nicht die ganze Geschichte.

Alles begann mit uberhusbands Worten Guck mal, der Sören hat ein Kochbuch geschrieben. und meiner verwirrten Antwort Hä, welcher Sören denn? 
In meinem Bekanntenkreis gibt es nämlich keinen Sören und schon gar keinen Sören, der ein Kochbuch schreiben könnte. 
Na der Sören Anders-Sören!, antwortete mein Mann und fuchtelte mit dem Arm in Richtung Fenster, das Richtung Turmberg zeigt, wo der Sören Anders-Sören, wie wir ihn seither in Abgrenzung zu all den Sörens, die wir nicht kennen, nennen, sein Restaurant hat.

Wie auf Kommando fuhr mein Puls auf 180 und mein Mann kicherte leise. Der Sören Anders-Sören ist nämlich für meinen größten Bridezilla-Moment verantwortlich. Nicht, dass er etwas dafür könnte oder es absichtlich getan hätte, aber für einige Stunden, war er mein größter Feind. Ein Feind wie ihn nur Bräute haben können.
Was der Sören Anders-Sören eigentlich getan hat? Da gehe ich mal kurz gefühlsmäßig eineinhalb Jahre zurück und schimpfschreie empört: Der hat es doch tatsächlich gewagt, ein paar Wochen vor meiner Hochzeit unser Hochzeitsrestaurant zu übernehmen, die Speisekarte zu ändern und  dann auch noch den Nebenraum umzubauen. – Für alle, die nicht gerade in der Hochzeitsvorbereitungsphase stecken, klingt das nicht schlimm, und ich kann jetzt auch darüber lachen, wie sehr mich das damals gestresst hat. Aber in dem Moment, als ich davon erfuhr, begann ich wütend zu heulen und hysterisch zu lachen. Gleichzeitig. Das ist nie ein gutes Zeichen. 
Ich fing umgehend an aufzuzählen, wieso der Sören Anders-Sören mich vorher um Erlaubnis hätte bitten müssen. Erstens, weil ich nicht weiß, ob er kochen kann.  (Beruhigung durch Mann und Umfeld: Der hat nen Stern… Bridezilla-Miri: NA UND! Jeder kriegt nen Stern!). Zweitens, weil ich nicht weiß, ob er Carpaccio kann. Oder Crème Brûlée! Oder am Ende kann der beides nicht! (Beruhigung durch Mann und Umfeld: Das sind Klassiker… Und der kocht das ja auch gar nicht allein. Bridezilla-Miri: NA UND! Der mit seinem Stern ist bestimmt so innovativ, dass er das nicht hinkriegt! Der kann ja nichtmal alleine kochen!) Drittens (und vor allem), weil ich heirate. Bräute sind ja zum Glück nicht selbstzentriert, gell.
uberhusband, der damals noch Herr Freund aber trotzdem schon ziemlich uber war, setzte mich schließlich ins Auto und fuhr zum Restaurant, wo ich mir den erstbesten Mitarbeiter krallte und zunächst über die Verfügbarkeit des von mir im Vorfeld ausgesuchten und dann von der Weinkarte verbannten Chardonnays ausquetschte.  Ich glaube, ein bisschen war mein uberfreund froh, dass mir der Sören Anders-Sören nicht persönlich in die Arme lief. Im Anschluss an dieses weltwichtigste Gespräch probierte ich das Essen und auch wenn es à la carte und nicht unser Menü war, ließ ich mich davon überzeugen, dass der Sören Anders-Sören ja vielleicht doch so ein klitzekleines bisschen kochen kann. Oder zumindest konnte irgendjemand in dieser Küche kochen, denn so ganz bereit zu verzeihen, dass ich nicht gefragt wurde, war ich ja noch nicht. Selbstzentrierte Bridezillas, Ihr wisst schon.
Naja, letzten Endes war dann alles gut. Vom ausgesuchten Chardonnay war noch genug im Keller, die Küche hat es geschafft, das ganze Menü (inklusive Carpaccio und Crème Brûlée) perfekt zuzubereiten und der Sören Anders-Sören ist seither 3, 4, 5 Mal irgendwo in Karlsruhe an mir vorbei gegangen, ohne dass ich ihn angefallen habe. 
Everyone’s a winner, baby!

Share on
Previous Post Next Post

Das könnte dich auch interessieren

6 Comments

  • Reply Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter

    Was für eine lustige Geschichte! Ich war zwar bisher keine Braut – dafür aber Trauzeugin und ich kann mir lebhaft vorstellen, wie 'meine' Braut reagiert hätte 😀

    11. Februar 2014 at 02:15
  • Reply Fredenja

    hey,
    ist ja ne klasse geschichte 😀 ich freu mich jetzt schon auf deine rezension!! 🙂 mit kochen hab ichs leider trotzdem nicht so…..naja 🙂
    lg fredenja

    10. Februar 2014 at 21:04
  • Reply Juliane Haller

    Hihi 🙂 Jetzt freue ich mich sehr auf die Rezension! Meine folgt auch demnächst, koche mich gerade fleißig durchs Buch und bis jetzt war alles prima daraus!
    Liebe Grüße!

    10. Februar 2014 at 10:24
    • Reply Miri von Miris Jahrbuch

      Ich koche schon seit kurz vor Weihnachten, aber bisher hab ich's noch nicht zur Rezension geschafft, vermutlich, weil ich jedes Mal wieder Puls krieg. Aber jetzt hab ich mir das ja mal von der Seele geschrieben. 🙂

      11. Februar 2014 at 07:29
  • Reply Julia / junifaden

    oh man wie super, darfst ruhig jetzt immer nen prolog schreiben ;D das war bestimmt echt ein bridezilla-supergau! viele liebe grüße julia

    10. Februar 2014 at 09:08
  • Reply metterlink

    Hahahaha, ich musste gerade so lachen! Und ich glaube, ich könnte genau so werden! Man plant, dass alles perfekt wird und plötzlich passiert das Unmögliche! Und vor allen Dingen, wie kommt man wieder aus der Nummer raus und muss zugeben, dass die ganze Aufregerei völlig umsonst war? Ganz schwer 🙂
    Viele liebe Grüße,
    Marina

    10. Februar 2014 at 06:48
  • Leave a Reply

    Ich stimme zu.