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Eine Avocado als Zimmerpflanze aus einem Kern ziehen

Avocado aus einem Kern ziehen

Avocados sind ziemlich lecker und der Inbegriff des Hipster-Superfoods – auch wenn vieles an ihnen dann doch nicht ganz so super ist. Man liest da so einiges: Der Anbau soll wasserverschwendend bzw. -verschmutzend und Schuld an der Abholzung ganzer Regenwälder sein. Außerdem ist sie Schuld daran, dass diese ganzen Hipster-Millennials kein Geld mehr für Wohneigentum haben. Und ich will gar nicht erst davon sprechen, dass diese kleine Frucht mit der Avocado-Hand ein ganz neues Krankheitsbild entstehen ließ. Nein, ich will nicht über die Nachteile und Probleme der Avocado sprechen, ich will eine Avocado aus einem Kern ziehen – als Zimmerpflanze. Das habe ich schon bei vielen Freunden und Bekannten gesehen und bin überzeugt, dass eine Avocadopflanze mein Leben bereichern muss. Dass ich damit nicht das Problem des Avocado-Anbaus lösen werde, ist mir klar, denn meine Zimmerpflanzenavocado wird wohl niemals Früchte tragen. Aber Deko! Deko soll sie sein! Und gute Luft machen.

Avocado aus einem Kern ziehen

Drei Zahnstocher und die freie Wildbahn

Eine sehr beliebte Methode Avocadokerne zum Keimen zu bringen hat bestimmt jeder schon mal gesehen: Auf drei Zahnstochern sorgfältig ausbalanciert hängen sie halb im Wasser und hängen und hängen und hängen. Die Methode funktioniert, aber gehört nicht zu meinen Favoriten. Die Gefahr, dass plötzlich nicht mehr genug Wasser drin ist oder den Kern durch die Zahnstocher zu verletzten, ist mir zu groß. Außerdem muss ich Werner recht geben: In freier Wildbahn gibt es sowas auch nicht.

Die Küchenkreppmethode

Was nun? Ich weiß es: Die Küchenkreppmethode verspricht größeren und schnelleren Erfolg. Ob sie näher an der Avocadovermehrung in der freien Wildbahn ist, weiß ich nicht. Aber sie basiert darauf, dass der Kern über einen langen Zeitraum in einem feuchten Klima liegt und das klingt doch wesentlich mehr nach Regenwald als diese Sache mit den drei Zahnstochern.

Eine Avocado aus einem Kern ziehen ist mit der Küchenkreppmethode sehr simpel. Man bewahrt einen Avocadokern (möglichst unverletzt) auf spült ihn sauber ab. Danach kommt er für einige Zeit (12-24h) in ein Glas mit Wasser. Anschließend wird er in feuchtes Küchenkrepp gewickelt und in eine kleine Dose oder Plastiktüte gelegt. Hier bleibt er in seinem feuchten Klima bis er keimt. Ob der Kern seine braune Haut behält oder nicht war in meinen Versuchen vollkommen unerheblich. Einige keimten mit brauner Haut sehr schnell, andere eher langsam. Genauso ging es mit denen ohne Haut.

Den Kern kann man einpflanzen, sobald er erste Wurzeln gebildet hat. Das kann schon einige Wochen dauern, ich hatte aber auch eine richtige Blitzavocado. Man kann den Kern aber auch noch länger im Küchenkrepp lassen, bis sich ein richtiger kleiner Sprössling bildet. Beides führte bei mir schon zu Erfolg und wirkte sich nicht eindeutig positiv oder negativ aus. Auch bei der Erde scheint die Avocado verhältnismäßig anspruchslos zu sein. Die meisten leben bei mir in einer Mischung aus normaler Pflanzerde und Kakteenerde.

Avocado aus einem Kern ziehen

Wachstum und Pflege

Aktuell habe ich vier Avocadopflanzen und noch zwei weitere keimende Kerne und meine Beobachtungen verraten mir, dass das Wachstum nicht unbedingt gleich schnell oder linear verläuft. So ist beispielsweise mit mit Abstand größte Pflanze die zweitjüngste und die, die schon am längsten bei mir ist, stellte ihr Wachstum vorübergehen ein, um einen zweiten Trieb auszubilden, der nun schon fast so groß ist wie der erste. Eine Avocado aus einem Kern ziehen ist also wohl keine genaue Wissenschaft. Oder vielleicht doch, aber ich durchschaue sie nicht. Meinen Avocados scheint es auf jeden Fall gut zu gefallen, dass sie regelmäßig  gegossen werden und hell stehen dürfen.

Das Mango-Experiment

Nachdem das mit den Avocados bei mir jetzt läuft wie am Schnürchen, habe ich beschlossen auch eine Mango zu ziehen. Angeblich soll das genauso funktionieren – lediglich muss der holzige Mangokern aufgeknackt werden, damit man den darin befindlichen Kern zum Keimen herausholen kann. Ob es was wird? mal sehen! Ich halte euch auf dem Laufenden.

Mango aus dem Kern ziehen

goodbye and fernwell,

Miriam

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5 Comments

  • Reply Tobia | craftaliciousme

    Hey Miri,
    lieben Dank für die ausführliche Erklärung hier. Meine ersten Versuche eine Avocado zu züchten sind leider episch miserable daneben gegangen. Dabei war die Avocado ein Hochzeitsgeschenk aus der Dominikanischen Republik. Deine Küchenkrepp-Methode hätte ich mal wissen sollen. Ich werd es noch einmal testen.
    Liebe Grüße, Tobia

    27. Juni 2018 at 21:12
    • Reply miriam von fernlane

      Schade, dass die Hochzeitsavocado es nicht geschafft hat! Aber jetzt kannst du ja einen neuen Versuch starten!

      3. Juli 2018 at 09:28
  • Reply Jessica

    Ok, ich habe extra 2 Avocados verputzt und bin bereit zu starten! Blöde Frage: befeuchte ich das Küchenkrepp regelmäßig? Oder bleibt es automatisch feucht da die Dose bzw. die Tüte verschlossen wird? Schimmelt das dann nicht?

    Viele Grüße
    Jessica

    19. Juni 2018 at 10:53
    • Reply miriam von fernlane

      Das Küchenkrepp sollte immer feucht sein. Wie oft man es neu befeuchten muss, hängt vom Standort und der Temperatur ab. Geschimmelt hat bei mir bislang nichts. Wichtig ist, dass die Kerne sauber sind und kein Fruchtfleisch mehr dran hängt.

      Viele Grüße

      19. Juni 2018 at 12:53
  • Reply Katrin

    Hallo Miriam,
    Mango funktioniert genauso gut, kann ich Dir aus meiner Erfahrung berichten. Ebenfalls mit der Küchenkrepp-Methode (gibt es für Mangos überhaupt eine andere?). Mein Mangokern hat mittlerweile zwei Sprösslinge (den zweiten hat er erst gebildet, als er schon eingepflanzt war) und wächst gut und bildet nette Blätter aus. Eine zweite Mango wartet noch darauf gegessen zu werden, aber dann wird auch dieser Kern wieder zur Zimmerpflanze (hoffe ich). Avocado-Pflanzen habe ich mittlerweile sechs Stück (weitere Kerne warten im Küchenkrepp auf die Wurzeln). Sooo viele brauche ich natürlich nicht, aber Spaß macht es ja doch den Pflanzen beim Wachsen zuzuschauen.
    Viele Grüße vom Niederrhein
    Katrin

    18. Juni 2018 at 09:23
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