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Mein Bericht von der Pott-Tour. Einmal quer durch’s Ruhrgebiet – mit Vorurteilen und allem, was dazu gehört.

Mein Mann, der alles könnende uberhusband, kommt gebürtig aus dem Münsterland, deshalb fahren wir da hin und wieder mal hin – obwohl es dort außer Landschaft eigentlich nix gibt. Um ins Münsterland zu kommen, müssen wir einmal quer durch den Ruhrpott. Das ist jedes Mal ziemlich witzig, weil mich das Autobahnwirrwarr auch nach 6 Jahren noch irritiert, weil ich mich niemals genug drüber totlachen können werde, dass ein beliebter Radiosender für Junge und Junggebliebene von seinem Sendegebiet immer als DER SEKTOR spricht – und weil ich jedes Mal mit meiner großen Vorurteilskeule um mich haue. 
Sorry, nur ein Archivbild von Weihnachten letztes Jahr.

Dass Vorurteile nix Nettes sind, weiß ich, und so ganz ernst meine ich es auch nicht, wenn ich von Manuel Neuer als Kohlekind und dem Ruhrgebiet als Sumpf aus braungrauem Nebel spreche. Dass das nicht die Realität ist, ist mir klar. Aber wenn mein Mann dann mal wieder Geschichten aus seiner Kindheit, die er auf einem Bauernhof verlebte und die ihn zu regelmäßigen Kartoffelverkaufausflügen ins Ruhrgebiet führte, erzählt und diese Geschichten klingen, als wären sie von Neunzehnhundert-vor-dem-Krieg, baut das meine Vorurteile auch nicht ab – dafür muss ich wieder lachen.
Nungut. Lachen ist ja gesund, aber wir wollen ja eigentlich die Schönheit des Potts erkennen. Um also den Rest oder zumindest einen Teil meiner (humoristischen, damit mich hier mal keiner für megafies hält!) Vorurteile abzulegen, verspricht mir uberhusband seit mindestens 5 Jahren eine Pott-Tour, bei der er mir mal zeigen will, wie schön das Ruhrgebiet ist. Das hat bisher nicht geklappt, obwohl ich immer wieder danach frage. Schließlich war ich durch Blogs wie heimatPOTTential und Fee ist mein Name bestens darüber informiert, dass im Pott schön is. Mein guter Wille war also da, nur die Zeit spielte immer gegen uns. Und deshalb war ich mehr als begeistert, als Juli von heimatPOTTential und VOLL TOLL als Prä-Blogst-Konferenz-Event eine Pott-Tour ankündigte. Ich war schneller angemeldet, als man hömma! sagen kann und weil Juli einen ganzen tollen Doppeldeckerbus für uns organisiert hatte, durfte sogar uberhusband mit. Yay, ne.
Wir fuhren also fröhlich schwatzend und singend durch den Pott. Juli erzählte mit tatkräftiger Unterstützung von Herr Busfahrer-Thomas interessante Dingen über das Ruhrgebiet und wir besuchten unsere beiden Hauptattraktionen: Zuerst das Tetraeder in Bottrop und dann Tiger and Turtle in Duisburg. Hier kommt nun eine kleine Reihe Bildbeweise.

Was soll ich sagen? Die im Ruhrpott ham nen Knall. Nen Knall im allerbesten Sinne. Die renaturieren Gerümpelberge (also Halden) und setzen dann abgefahrene Teile drauf, die man angucken, bestaunen und auf die man draufklettern darf. Wo gibt’s denn sonst sowas?

Und meine Vorurteile? Ein bisschen häng ich ja dran, aber wenn wir das nächste Mal im Münsterland sind und eine ganze Hochzeitsgesellschaft aus regionaler Verbundenheit zu Wir sind das Ruhrgebiet abhottet, hotte ich mit, denn: Im Pott is schön! (Und hey, Schwiegerfamilie, so ne Bustour wär mal ein Eins A Family-Event!)

Fotocredit: Live Life Deeply Now

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4 Comments

  • Reply Katja

    hach <3
    schön wars. 🙂

    24. November 2013 at 18:00
  • Reply Janett Schindler

    Ein toller Bericht! Ich muss mir diese Achterbahn da auch mal anschauen, die sieht ja voll cool aus !

    22. November 2013 at 16:32
  • Reply michaela

    Schön das es Dir bei uns gefallen hat … Juli ist sollte vom ruhrgebgiet angestellt werden als Botschafterin 😉

    lg

    michaela

    22. November 2013 at 09:44
  • Reply Roboti und da Höm

    Ich würd gerne so schreiben können wie du. Oder du schreibst einfach ein Buch. Ich bin die Erste, die es kauft. Hat jetzt nichts mit dem Post zu tun, oder eigentlich doch: ich hab dich nicht nur gern, ich lese dich auch gerne!

    21. November 2013 at 17:27
  • Leave a Reply

    Ich stimme zu.