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what the fern / Millenials, die Häuser für Hunde und aus anderen Gründen kaufen

what the fern: Millennials, die Häuser für Hunde kaufen

Neulich las ich, irgendwo online, einen Artikel, den ich beim besten Willen nicht wieder finde. Ist aber nicht schlimm, er war sowieso nicht besonders lesenswert und ich umschreibe den für diese Kolumne wichtigen Punkt kurz. Eigentlich war es sowieso auch kein richtiger Artikel, sondern so ein zusammengeschusterter Kram, den eben die hippen Nachrichtenportale (für junge Menschen) in grell-cooler Typografie und mit seltsamen Fotos von jungen Menschen in urbaner Szenerie so verbreiten.

In dem Artikel ging es – ganz grob – um Millennials, die Häuser kaufen.

Wir sind Millennials

Ich las den Artikel nur, weil ich ja nun wirklich nach jeder einzelnen (Alters-)Definition zu den Millennials gehöre und – wisst Ihr ja – gerade ein Haus gekauft habe. uberhusband ist übrigens einen wiiinzigkleinen Tacken zu alt, um ein Millennial zu sein, aber da er mich hat, ernenne ich ihn zum Millennial ehrenhalber und spreche für ihn mit. Eine große Ehre. Der Begriff Millennials wird ja ziemlich oft abwertend für die jüngsten Erwachsenen gebraucht, aber das stimmt nur bedingt. Nur in seiner weitesten Definition umfasse er die Geburtsjahrgänge von etwa 1980 bis 2000, eigentlich endet die Generation Millennial schon mit den Geburtsjahrgängen Mitte der 1990er. Selbst die jüngeren Millennials sind also in der Regel auch schon über 20. Aber um die ging es in dem Artikel eher nicht, sondern um die älteren, die eben über 30 sind oder schon ziemlich hart auf die 40 zusteuern.

Hunde sind süß

Außerdem las ich den Artikel, weil mir das Titelbild gefiel. Da war ein Hund drauf. Hunde sind süß. Ich mag Hunde. Andere Millennials mögen Hunde übrigens auch. Eine der schlaueren Erkenntnis des Artikels war nämlich, dass Millennials sich in der Wahl ihrer Wohnsituation stark von ihren Hunden leiten lassen. True story, also aus meiner Sicht. Wer hat hier denn am Tag nach dem Umzug den Hund aus dem Tierheim geholt und dann sein ganzes restliches Geld in den Garten gesteckt, damit der Hund es draußen schön hat? Wir. Alles für den Dackel eben. Unser Badezimmer kann warten, der Hund braucht nen schönen Garten! (Glücklicherweise dürfen wir auch in den Garten und uns daran erfreuen. Puuuh!)

Wieso haben wir eigentlich sonst ein Haus gekauft?

Was sich jetzt als salopp daher gesagt schreibt (und vielleicht auch liest), geht aber eigentlich tiefer. Vielleicht ist das Interesse daran, warum wir denn ein Haus gekauft haben, nicht ganz unberechtigt – wenn gleich auch oft mit unverschämtem Untertönen verschiedener Art verbunden.

Wir finden Stadtleben eigentlich viel besser als Landleben und brauchen jetzt als Zwei-Personen-Haushalt nicht unbedingt sooo viel Platz. Wieso zur Hölle sollten wir also raus auf’s Land ziehen? Klar, Wohneigentum ist nicht unbedingt die schlechteste Idee, aber wir wohnten auch auch die letzten 8 Jahre schon nicht mehr zur Miete. Brauchen wir wirklich die doppelte Wohnfläche und ist es notwendig, dass wir ständig im Auto sitzen, um doch noch schnell in die Stadt zu düsen?

Nein.

Es zeichnete sich aber auch ab, dass wir nicht noch besonders lange in unserer Wohnung leben wollten, da sie uns einfach zu klein bzw. unpraktisch wurde. Ich brauche ein separates Arbeitszimmer, das nicht noch mit Kleiderschrank und Gästebett belagert wird, und auch uberhusband wünschte sich mehr Platz – als Stauraum, zum Werkeln und ziemlich dringend auch eine Garage. Da wird uns schon lange einen Hund wünschten, kam irgendwann der Garten als nicht verhandelbarer Punkt dazu, obwohl es uns natürlich klar ist, dass andere Leute auch ohne Garten gute Hundehalter sind.

Kein Wunschzettel für den Wohnungsmarkt

Die Liste mit dem, was wir wollen, wurde immer länger und es wurde absehbarer, dass wir keine Wohnung finden würden, mit der wir beide (und wahrscheinlich der potentielle Hund) glücklich würden. Dass wir nicht mehr wirklich Lust auf die eventuellen Mätzchen, die so eine Eigentümergemeinschaft mit sich bringt, hatten, kam noch dazu. Und deshalb ging es auf Haussuche, bei der wir Glück hatten, denn sie war quasi vorbei, bevor sie begann. Wir sind sehr froh, dass wir so schnell ein Haus gefunden haben, das uns gefällt und das uns noch Potential bietet. Ein Haus, mit dem wir noch lange Freude (und Arbeit) haben werden.

Alles für den Dackel

Die Entscheidungen und Kompromisse, die wir diesbezüglich eingingen und eingehen, sind unsere. Die muss niemand sonst eingehen oder auch nur nachvollziehen können. Wir verstehen nicht, wieso andere diese also unbedingt bewerten müssen. Und deshalb ist mir die Version unserer Geschichte, in der wir als Millennials halt ein Haus für den Hund kauften, eigentlich schon fast die liebste.

goodbye and fernwell,

Miriam

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