Follow:
fernlane.de, food

Schwarzwälder Kirschtorte – oder: Wie ich den Biskuitboden besiegte.

Biskuitboden ist mein Angstgegner. Oder war es zumindest, denn eins kann ich vorwegnehmen: Ich habe ihn besiegt. Zuerst habe ich einen perfekten Schokobiskuit gebacken, dann eine Schwarzwälder Kirschtorte damit gemacht und dann hab ich mit etwas Unterstützung von anderen Biskuitbesiegern das ganze Ding aufgegessen. Viel mehr besiegt kann so ein Biskuitboden nicht werden.
Zum Sieg über den Biskuitboden kam es, weil ich mir in den Kopf gesetzt hatte, dass ich mal Schwarzwälder Kirschtorte backen möchte. Und das habe ich dann, wie gesagt, auch getan – obwohl ich nicht besonders gerne Torte esse. Aber ich hatte mir das ja in den Kopf gesetzt und glücklicherweise kann ich sagen: Sie war lecker!

Für den Anfang habe ich mich für eine kleine Torte entschieden und deshalb in meiner 18cm Backform gebacken. Dafür braucht man:

Für den Biskuit:
70g Zartbitterkuvertüre
40g Butter
3 Eier
1-2 EL Wasser
100 g Zucker
50g Mehl
25g Speisestärke
1 Pck. Backpulver

Für den Belag: 
400 g Sauerkirschen aus dem Glas, abgetropft
250 ml Kirschsaft (beim Abgießen der Kirschen auffangen!)
2 EL Speisestärke
1 EL Zucker

400 ml Sahne
2 EL  selbstgemachter Vanillezucker (= ausgekratzte Schote im Zuckerglas) (Sonst 1 Päckchen und den Rest normaler Zucker)

Raspelschokolade und Kirschen als Deko

optional: 50 ml gutes Kirschwasser (Gutes, weil man es rausschmeckt. Das muss so sein.)

Und so geht es:
Den Backofen zuerst auf 180° Ober-/Unterhitze vorheizen und eine kleine Springform mit Backpapier auslegen. Während Kuvertüre und Butter im Wasserbad schmelzen, kannst Du schonmal die Eier trennen und das Eiweiß mit dem Zucker sehr steif schlagen. Das Eigelb wird mit dem Wasser schaumig gerührt und dann kommt die flüssige Kuvertüre-Butter-Masse dazu. (Vorher leicht abkühlen lassen!) Mehl, Speisestärke und Backpulver werden vermischt und in das Eigelb-Kuvertüre-Butter-Gemisch gesiebt. Jetzt die Masse vorsichtig unter den Eischnee heben. Dabei nicht wild rühren, sondern schnell und vorsichtig arbeiten! Die Masse dann, wieder ohne wildes Gerüttel und Geschüttel, in die Springform füllen und für ca. 25 Minuten backen. Wenn der Biskuit ausgekühlt ist, zweimal waagrecht durchschneiden. Dafür gibt es verschiedene Tricks, aber dank des kleinen Durchmessers ging es bei mir einfach so, mit einem großen, dünnen, scharfen Messer.
Für die Kirschmasse werden Speisestärke und Zucker mit einem kleinen Teil des Kirschsafts glattgerührt und dann mit dem Restsaft wie Pudding gekocht. Kurz bevor er fertig ist, kommen die Kirschen dazu. Wenn Du Kirschwasser verwendest, kommt etwa die Hälfte in diese Masse, der Rest wird auf zwei der Biskuitböden geträufelt, die Du anschließend mit der Kirschmasse bestreichst und auskühlen lässt.
Wenn alles schön kalt ist, die Sahne mit dem Vanillezucker sehr steif (aber nicht zu Butter) schlagen und jeweils etwa 1/4 der Sahne auf den Kirschböden verteilen und diese dann stapeln. Mit der Restsahne von außen bestreichen und mit der Raspelschokolade bestreuen, so dass auch der Rand schön bedeckt ist. (Bei uns sah das so aus, dass mein Mann und ich um die Torte standen und versucht haben, die Raspelschokolade möglichst seitlich daran zu werfen. Da gibt es bestimmt elegantere Lösungen, aber es war sehr spaßig.) 
Dekoriert habe ich zunächst nur mit ein paar aufgesprühten Sahne-Tuffs – als weitere Deko bieten sich natürlich noch Kirschen an. Ich hatte darauf verzichtet, weil ich Angst hatte, dass der Kirschsaft mir die Torte versauen würde, aber dann war sie oben rum doch so nackt, dass ich einige der restlichen Sauerkirschen sorgfältig abgetupft und auf die Tuffs gesetzt habe. Man kann auch diese widerlich-knallroten Cocktailkirschen nehmen, aber die finde ich, wie gesagt, widerlich.

So. Nun habe ich also mal Schwarzwälder Kirschtorte gebacken. Zwar nur eine kleine, aber das zählt trotzdem. Jetzt brauche ich eine neue, fixe Idee, die ich mal umsetzen will. Vielleicht brate ich ein Spanferkel. Wer weiß.

Share on
Previous Post Next Post

Das könnte dich auch interessieren

12 Comments

  • Reply Smillas Geschick

    Moah, Food Porn, die Torte sieht echt super gelungen aus. Und die Schwarzwald-Wackel-Puppe ist ja auch süß 🙂

    7. Juni 2013 at 08:01
  • Reply Chrissi

    Gratulation der Bisquit-Bezwingerin! Köstlich schauts aus.
    LG
    Chrissi

    6. Juni 2013 at 07:53
  • Reply gsharald

    Mmmmh, Schwarzwälder Kirschtorte mag ich. Schieb mal ein Stück rüber.
    LG und herzlichen Glückwunsch zum Erfolg.
    Harald

    5. Juni 2013 at 15:05
  • Reply miezeundmax

    Die Biskuit-Boden-Phobie kenne ich, hab ich auch. Aber du machst mir Mut. Deine Torte sieht einfach nur spitzenmäßig aus. Toll gemacht. Vielleicht sollte ich doch mal …?
    LG
    Andrea

    5. Juni 2013 at 14:51
  • Reply Isabell

    Ein toller Sieg 😉 so gings es mir ähnlich mit der Bisquitroulade.

    lg von einer zweite Bisquit-Besiegerin
    Isabell

    5. Juni 2013 at 11:32
  • Reply konfettinatti

    Oha… das sieht aber echt gut aus. Da musst du uns wohl alle mal einladen. 😉
    Da denke ich automatisch an den Frankfurter Kranz, den meine Großtante früher gemacht hat und der fast NUR aus Butter bestand. Aber Mjamm, war der lecker, auch wenn man sich nach einem Stück davon kaum mehr bewegen konnte. Vielleicht dein nächstes Projekt? 🙂

    LG

    Nathalie

    5. Juni 2013 at 10:00
  • Reply stroemann

    ich <3 schwarzwälder kirsch! sieht echt supergut aus 🙂

    5. Juni 2013 at 08:17
  • Reply ideenpurzelbäume

    Oh Mann Miri,
    die sieht so schmackofatz lecker aus ♥

    LG petra

    5. Juni 2013 at 07:52
  • Reply AllesSoKunterbunt

    Die sieht super aus 🙂 Hab ich mich auch noch nie dran getraut.

    5. Juni 2013 at 06:43
  • Reply Anette

    Sie ist wunderschön! Und das ist, was zählt… Mehr als das Aussehen und die Kirschen oben drauf mag ich an ner Schwarzwälder eh nicht.
    @ Birgit: Hast du etwa die Schönheit eines schwarzwälder Bollenhuts vergessen? *haha*

    5. Juni 2013 at 06:43
  • Reply Roboti und da Höm

    Du bist ein Backgenie!!!

    5. Juni 2013 at 06:16
  • Reply Zickimicki

    das sieht nicht nach einem sieg sondern nach einem wahren triumph aus;) ich muss meinen mann daran erinnern, dass er sich eigentlich auch mal mit der herstellung von bisquitböden "beschäftigen" wollte…;)
    herzliebst birgit, die schwarzwälder kirschtorte immer noch als das allerattraktivste im schwarzwald hält;)

    5. Juni 2013 at 05:58
  • Leave a Reply

    Ich stimme zu.